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Macht es Sinn, Pflegekräfte aus Kolumbien zu rekrutieren ?

Macht es Sinn, Pflegekräfte aus Kolumbien zu rekrutieren ?

“Kolumbianer/innen sind warmherzig, freundlich, respektvoll, ambitioniert, stolz”

Als Institution, die sich der Pflege bzw. Heilung von Menschen verschrieben hat, wollen Sie diese natürlich vom fachlichen, aber auch menschlichen Aspekt her in den besten Händen wissen.

Inzwischen macht es der Mangel an Pflege-personal zur Notwendigkeit, den Blick ins Ausland zu werfen, sogar außerhalb der EU. Bridge4Mobility hat dies für Sie in Kolumbien getan und möchte Ihnen die wichtigsten Erkenntnisse hierzu im vorliegenden Artikel nahebringen.

Über Kolumbien: Das Land ist mit rund 50 Mio. Einwohnern nach Brasilien das bevölker-ungsreichste Land Südamerikas. Weitere Informationen finden sich z.B. auf dieser Webseite.

Zu Kultur, Mentalität, Werten: Kolumbien ist von der Mentalität her der spanischen sehr ähnlich, mit einem hohen Anteil europäischer bzw. christlicher Werte und europäischem Verständnis der Dinge. Kulturell und gesell-schaftlich ist es allerdings eher ein Land der Extreme: reich vs. arm, mit ausgeprägtem Klassendenken, einerseits hoch technologisch aufgestellt vs. keine stabile Energiezufuhr oder Internet in manchen Gebieten, usw.

Die Familie hat in Kolumbien einen grossen Stellenwert, wobei das Verständnis der Familie eher modern geprägt ist; so sind Allein-erziehende (vor allem Mütter) keine Seltenheit, sowie nichteheliche Lebensgemeinschaften bzw. eingetragene Partnerschaften. Beim Thema Gleichstellung der Geschlechter ist noch “Luft nach oben”. Kolumbianer/innen sind insgesamt warmherzig, freundlich, ge-duldig, respektvoll, ambitioniert, stolz.

Kolumbianische Pflegefachkräfte sind es, mit wenigen Ausnahmen, aus Berufung. Dies ist nach über 300 geführten Vorstellungsge-sprächen klar ersichtlich. Die meisten wollen Menschen direkt pflegen, versorgen und helfen und sehen darin ihre Erfüllung.

Sehr oft schlagen Pflegefachkräfte den Weg der Spezialisierung auf Koordination, Verwal-tung und Qualitätssicherung ein; meist gehen talentierte Pflegefachkräfte diesen Weg allein wegen der besseren Arbeitskonditionen, wie z.B. vertragliche Sicherheit, Arbeitszeiten, Bezahlung oder Langfristigkeit – würden aber lieber am Patienten arbeiten und haben dies auch gelernt. Es gibt auch sehr spezialisierte Pflegefachkräfte in verschiedenen Bereichen einer typischen Akutklinik. Langzeit-Pflege-einrichtungen gibt es eher selten, die ganz-heitliche Altenpflege als Konzept wird allerdings sehr wertgeschätzt und so auch gelehrt.

Es gibt in Kolumbien auch die Ausbildung zum/r Pflegehelfer/in. Sie übernehmen hauptsächlich grundpflegerische Tätigkeiten am Patienten. Die durchschnittliche Brutto-entlohnung von Pflegehelfern/innen liegt aktuell bei 270 EUR/Monat. Pflegefachkräfte verdienen im Schnitt leicht mehr als das Doppelte (ca. 580 EUR/Monat).

Die Ausbildung zur Pflegefachkraft wird aktuell an 65 Universitäten bzw. Fakultäten in Kolumbien als vierjähriges Studium zur Pflegefachkraft angeboten, die im Schnitt insgesamt über 3.800 Abgänger pro Jahr haben. Davon finden zu “Nicht-COVID-Zeiten” ca. die Hälfte nach dem Studium keine Arbeit oder werden prekär beschäftigt.

Kolumbianische Pflegefachkräfte sind somit exzellent ausgebildet. Es handelt sich um ein Studium mit über 4.000 Theorie und ca. 1.000 Stunden Praktika in verschiedenen reellen Umfeldern – von der Altenpflege über die Facharztpraxis bis hin zum Krankenhaus. Hier werden alle verschiedenen Fachbereiche abgedeckt. Kolumbianische Pflegeuniversitä-ten bzw. deren Curricula (egal, ob es sich um staatliche oder private Hochschulen handelt) müssen vom Gesundheitsministerium frei-gegeben werden. Alle diese Hochschulen sind in Deutschland auf der Kultusminister-konferenz-Datenbank Anabin mit H+ (in Deutschland als solche anerkannte Hoch-schulen) eingestuft. Jede Pflegefachkraft benötigt in Kolumbien, wie in Deutschland auch, eine Erlaubnis zur Ausübung des Berufs.

Die Anerkennung in Deutschland als Pflege-fachkraft ist Ländersache, was zu unter-schiedlichen Kriterien und Bearbeitungs-zeiten führen kann. Die Gutachtenstelle für Gesundheitsberufe (GfG) hat inzwischen für Kolumbien per Ende Juni 2021 ein Muster-gutachten erstellt und an die Anerkennungs-stellen in den Bundesländern weitergegeben. Das sollte künftig die Feststellungsprozesse für kolumbianische Pflegekräfte vereinfachen.

Hinzu kommt die Möglichkeit des beschleu-nigten Anerkennungsverfahrens nach § 81a AufenthG, welches über die DEFA – Deutsche Fachkräfteagentur für Gesundheits- und Pflegeberufe – abgewickelt wird und grössere Sicherheit bei der Einhaltung von Zeitschienen bietet.

Im Unterschied zu Deutschland sind von der Theorie her (Stundenanzahl und Vielfältigkeit der Inhalte) die kolumbianischen Kräfte besser qualifiziert. Der Praxisanteil der Ausbildung ist in Deutschland deutlich intensiver. Eine kolumbianische Pflegefachkraft mit nachweis-licher Berufserfahrung von ein bis zwei Jahren am Patienten hat dieses Defizit sicher kompensiert.

Laut unseren Erfahrungen ist Kolumbien ein relativ neues Herkunftsland für Pflege-fachkräfte in Deutschland. Aus vielen Ecken (Anerkennungsstellen, Vorstellungsgespräche mit Krankenhäusern und Pflegeträgern, Pflegeschulen und Einrichtungen, die bereits Kolumbianer/innen beschäftigen) kommen zwar noch keine massiven, dafür aber sehr positive Rückmeldungen.

Beim KDA – Kuratorium Deutsche Altershilfe  Wilhelmine Lübke Stiftung e.V. – kann ab sofort ein Gütesiegel “Faire Anwerbung Pflege Deutschland” beantragt werden. Bridge4-Mobility hat dieses Gütesiegel beantragt und unterstützt die entsprechenden Qualitätsricht-linien. Mehr Information unter https://dkf-kda.de/guetesiegel/.

Sie möchten mehr Informationen? Wir beraten Sie gerne!

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